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Die Geschichte des Jakobswegs 

Jakobus der Ältere (spanisch: Santiago el Mayor - lat.: Jacobus Maior) ist eine Gestalt des Neuen Testaments und zählt zu den 12 Aposteln Jesu Christi. Er soll im Jahre 4 v.Chr. als Sohn des Zebedäus in Galiläa geboren worden sein - seine Mutter Salomé soll eine Schwester Marias gewesen sein. Er gehört zusammen mit seinem Bruder Johannes neben Andreas und Simon Petrus zu den erstberufenen Jüngern. Im Jahre 44 n.Chr. wird er in Jerusalem während der Herrschaft des Herodes Agrippa mit dem Schwert hingerichtet. Er ist der einzige Apostel dessen Tod als Märtyrer in den Evangelien (Markus und Matthäus) erwähnt wird. Und mit diesen wenigen halbwegs gesicherten Informationen verlassen wir bereits den festen Boden der Geschichtsschreibung...

Die Statue der Nuestra Señora del Pilar, wie die Spanier dort die Jungfrau Maria nannten, befindet sich heute auf einem Pfeiler in der darum erbauten Basilica del Pilar in Zaragoza - es ist die größte Barockkirche Spaniens. Die Jungfrau Maria gilt als Schutzheilige Spaniens und der sog. Hispanidad - ihr Fest wird am 12. Oktober (Nationalfeiertag) gefeiert. Der nicht nur um Zaragoza herum häufige Frauenname Pilar leitet sich von diesem Heiligtum ab.
In Spanien ranken sich seit dem frühen Mittelalter zahlreiche Legenden um unseren Apostel. Jakobus soll nach der Himmelfahrt Jesu auf die Iberische Halbinsel gereist sein, dort gepredigt haben und versucht haben Jünger für den neuen Glauben zu gewinnen. Laut einer Überlieferung war er allerdings ziemlich erfolglos und so soll er im Jahre 40 n.Chr. eines Tages verzweifelt in Zaragoza (lat.: Colonia Caesaraugusta) am Ufer des Ebro gesessen sein, als ihm die Jungfrau Maria auf einem Pfeiler erschien und ihm ihrer Hilfe versicherte.

Trotz der Unterstützung durch die Jungfrau Maria gab Jakobus seine Missionsarbeit in Spanien bald auf und kehrte nach Jerusalem zuück, wo er dann, wie wir aus den Evangelien wissen, bald hingerichtet wurde. Nach seiner Enthauptung im Jahre 44 n.Chr. sollen Engel den Leichnam des Märtyrers auf ein Schiff ohne Besatzung gebracht haben, das dann auf wundersame Weise das ganze Mittelmeer durchquerte, durch die Straße von Gibraltar in den Atlantik kam und dann im Nordwesten Spaniens, in Galicien nahe des heutigen Städtchens Padron (lat.: Iria Flavia) anlandete. Ein paar Jünger haben seinen Leichnam geborgen und im Landesinneren beigesetzt. Dann geriet das Grab für lange Zeit in Vergessenheit...

Erst zu Beginn des 9. Jahrhunderts entwickelt sich unsere Geschichte weiter. Viel ist in der Zwischenzeit geschehen:

Der Spanier Trajan war der erste römische Kaiser (98-117), der aus einer Provinz stammte. Auch sein Nachfolger, Kaiser Hadrian (117-138) stammte aus Italica in Andalusien. Wenig bekannt ist auch, dass der berühmte Philisoph und Gelehrte Seneca (1-65) in Cordoba geboren wurde.
Die römische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel wirkt sich durchaus positiv auf Wirtschaft und Kultur aus. Das von den Römern angelegte dichte Wegenetz war über viele Jahrhunderte sehr wertvoll für das Land. Die Bevölkerung wurde weitgehend romanisiert und die Kultur der Keltiberer verdrängt. Seit dem 3. Jahrhundert breitete sich durch die Römer das Christentum allmählish aus bis es unter Kaiser Konstantin (306-337) zu vorherrschen Religion wurde. Der aus Spanien stammenden Theodosius I. (379-394) erhob das Christentum faktisch zu Staatsreligion. Aber mittlerweile hatte der Niedergang des römischen Reiches längst begonnen und nach seine Tod wurde die Aufspaltung in ein weströmisches und ein oströmisches Reich vollzogen. Das war der Amfamg vom, Ende des römischen Weltreiches.

Das einst so mächtige Imperium Romanum zerfällt und die Völkerwanderung wird auch auf der Iberischen Halbinsel ankommen. Die von den Hunnen ab 375  aus Ihren Stammgebieten in Nordeuropa verdrängten Vandalen, Alanen und Sueben zogen nach Süden und erreichten ab 409 auch die Iberische Halbinsel, wo sie sich zunächst niederließen bevor sie dann weiter nach Nordafrika zogen ins Gebiet von Karthago.

Deutlich dauerhafter war das Reich der Westgoten, die sich nach einer langen Wanderung durch Südosteuropa, Italien und Hispanien schliesslich unter ihrem König Theoderich I. ab 418  in Südgallien niederließen und dort das Tolosanische Reich (Tolosa = Toulouse) gründeten. Zeitweise waren sie mit dem immer schwächer werdendem Weströmischen Reich verbündet. In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts drangen die Westgoten unter Theoderich II. im Norden bis an die Loire vor und im Süden besetzten sie große Teile der Iberischen Halbinsel - sie waren gegen Ende des 5. Jahrhunderts nach Fläche und Einwohner der bedeutendste der Nachfolgestaaten des weströmischen Reiches. Gegen die vordringenden Franken unter dem Merowinger Chlodwig verloren im Jahre 507 die Westgoten die entscheidende Schlacht von Vouillé.

Von da an verlagerte sich der Schwerpunkt des Westgotenreiches nach Hispanien mit der Hauptstadt Toledo. Sie hatten einige Probleme, sich gegen ihr Brudervolk, die Ostgoten zu behaupten und mussten sich auch gegen das Oströmische Reich zur Wehr setzen, die nach der Zerstörung des nordafrikanischen Vandalenreiches auch Hispanien angriffen und einige Gebiete an der Mittelmeerküste (Levante) besetzten. Unter König Leovigild (568-586) erlebte das Westgotenreich seinen größten Aufschwung - er unterwarf die im Nordosten ansässigen Sueben, integrierte die Kantabrer und bekämpfte die Basken, drängte die Oströmer zurück und wehrte einen Angriff der Franken auf Septimanien ab. Leovigilds Sohn Rekkared (586-601) konnte den Krieg gegen die Franken siegreich beenden und er löste die religiöse Zwietracht zwischen Arianern (Allein der Vater ist Gott) und Trinitariern (Katholiken) als er 589 zum Katholizismus übertrat. Gegen die Basken konnte auch er keinen entscheidenden Sieg erzielen. Das gesamte 7. Jahrhundert und der Beginn des 8. Jahrhunderts war geprägt durch Machtkämpfe des Königtums mit rebellischen Adelsgruppen. Das Land wurde zwischen 690 und 705 durch schwere Epidemien und Hungersnöten geschwächt.

Unterdessen entwickelte sich weit entfernt auf der Arabischen Halbinsel im frühen 7. Jahrhundert eine neue Religion: Der Islam. Dieser neue Glaube, der sich wie das Judentum und das Christentum auf Abraham als gemeinsamen Vorfahren beruft, verbreitete sich sehr schnell von 630 - 660 nach Ägypten, Palästina, Syrien, den Irak und und Persien aus. Das setzte sich fort in die westlichen Regionen Nordafrikas, das heutige Marokko. Im Jahre 711 landete eine relativ kleine muslimische Streitmacht (vorwiegend Berber) unter der Führung von Tariq bei Gibraltar auf der Iberischen Halbinsel. Der erst seit 710 regierende König Roderich (Rodrigo) eilte ihnen mit seinem Heer entgegen und erlitt in der Schlacht am Rio Guadalete, bei er ums Leben kam, eine vernichtende Niederlage. Es zeigte sich, dass die Westgoten den Muslimen nicht viel entgegen zu setzen hatten und bis zum Jahre 720 hatten die Muslime den größten Teil der Iberischen Halbinsel erobert.

Die Anfänge

Karl der Große?

Wenn milder Regen, den April uns schenkt,
Des Märzes Dürre bis zur Wurzel tränkt.
Und badet jede Ader in dem Saft
 so daß die Blume sprießt durch solche Kraft,
wenn Zephyr selbst mit seinem milden Hauch
In Wald und Feld die zarten Triebe auch,
erweckt hat und die Sonne jung durchrann
des Widders zweite Sternbildhälfte dann,
Wenn kleine Vögel Melodien singen,
Mit offnen Augen ihre Nacht verbringen.
Dann treibt die Menschen stark die Wallfahrtslust,
und Pilger ziehn zu manchem fremden Strand,
zu Heiligen, berühmt in fernem Land.
(Geoffrey Chaucer: The Canterbury Tales, 1387)
818 wird Theodemir Bischof Iria Flavia (heute: Padron) und in seiner Amtszeit wird um 830 das Grab des Apostels Jakobus aufgefunden. König Alfonso II. von Asturien überträgt der Kirche von Santiago das Land im Umkreis von drei Meilen um das Apostelgrab.

Im Jahre 872 veranlassen König Alfonso III. von Asturien und seine Gemahlin Jimena die Errichtung einer Steinkirche über dem Grab des Apostels Jakobus - 899  wird die Kirche geweiht. 

Seit 930  befindet sich der gesamte Verlauf des Camino Francés, des klassischen Jakobsweges, geschlossen in christlicher Hand Um 930 erwähnen die Markusmirakel der Abtei Reichenau die ersten Jakobspilger außerhalb der iberischen Halbinsel. In den 930er Jahren wird die Grafschaft Kastilien nach territorialem Zuwachs in ein Königreich umgewandelt.

In 950/51 wird mit dem aquitanischen Bischof Gotescalcus erstmals ein Jakobspilger aus Frankreich namentlich bezeugt.

Wikinger und Mauren überfallen Santiago de Compostella...

1035 kann König Sancho III. Garcés von Navarra seine Herrschaft soweit ausbauen, dass die Pilger zwischen den Pyrenäen und Najera keine maurischen Übergriffe mehr befürchten müssen.

1047 Anlässlich der Gründung des Hospitals von Arconada (bei Villalcazar de Sirga) wird die nordspanische Verkehrsachse erstmals als Jakobsweg bezeichnet. 

1055 Erzbischof Luitpold I. von Mainz gründet auf einem Hügel außerhalb seines Bischofssitzes das Mainzer Jakobskloster und gibt der Jakobusverehrung in Deutschland einen entscheidenden Impuls.

1075 Unter dem Vorsitz von Alfonso VI. findet in Santiago de Compostela ein Konzil statt.

Um 1075/78  beginnt Bischof Diego I. Peláez von Iria Flavia den Neubau der Kathedrale von Santiago de Compostela.

1095 In einer Bulle Papst Urban II. wird die die Verlegung des Bischofssitzes von Iria Flavia an das Apostelgrab nach Santiago verfügt.

1101 Diego Gelmírez wird zum Bischof von Santiago de Compostela geweiht.

1103 Die Puerta de las Platerías, das Südportal de Kathedrale von Santiago, ist in Arbeit.

1104 Auf dem Monte del Gozo, von dem Pilger zum ersten Mal die Grabeskirche des Apostels Jakobus erblicken, lässt Diego Gelmírez eine Heilig-Kreuz-Kapelle errichten. Um 1105 wird das Benediktinerkloster San Martín Pinario an der Nordseite der Kathedrale von Santiago gegründet

1106  Der Verkauf von Muscheln als Pilgerzeichen ist in Santiago de Compostela sicher belegt. Der Bischof von Calahorra weiht den ersten Kirchenbau im späteren Santo Domingo de la Calzada.

1119-1124 Mit Papst Calixtus II. sitzt ein wichtiger Förderer Santiagos auf dem Stuhl Petri in Rom.

1120  erfolgt die vorläufige Anerkennung von Santiago de Compostela als Sitz eines Metropoliten (Erzbischofs) durch Calixtus II., während dem bisherigen Metropolitansitz Braga die Erhaltung seiner Rechte zugesichert wird.

1124  Santiago de Compostela wird durch die Übertragung der Metropolitanrechte von Braga endgültig zum Sitz eines Erzbischofs.

1127 Das unterhalb des Ibanetapasses gelegene Hospital von Roncesvalles wird als Stiftung des Bischofs von Pamplona, Sancho de Larrosa, erstmals erwähnt.

Domingo Garcia (1019-1109) später Santo Domingo de la Calzada; war ein Förderer der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in der Rioja. Er wurde in Viloria de Rioja geboren, nahe dem Städtchen Santo Domingo de la Calzada, das er später gründen und dem er seinen Namen geben sollte.

Juan de Quintanaortuño (1080-1163) war ein spanischer Baumeister und Heiliger. Wie sein Lehrer Domingo García (Santo Domingo), widmete er sich dem Bau von Kirchen, Herbergen, Wegen und vor allem Brücken, zum Beispiel erneuerte er in Logroño die Brücke über den Ebro. Aus seiner Einsiedelei in den Oca-Bergen entstand mit dem Kloster San Juan de Ortega eine wichtige Station auf dem Jakobsweg. 

Das Jakobsbuch (lat.: Liber Sancti Jacobi, auch Codex Calixtinus genannt) ist eine Sammlung von Handschriften aus dem 12. Jahrhundert. Zugeschrieben wurde sie fälschlicherweise Papst Calixt II., wobei sie jedoch vermutlich von dem französischen Gelehrten Aimeric Picaud zusammengestellt wurde. Sie entstand als Anregung zum Besuch des Reliquienschreins des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela.

Um 1140/50  In gebildeten Klerikerkreisen werden die fünf Bücher des Liber Sancti Jacobi zusammengestellt. Das Jakobsbuch enthält Texte und Gesänge für die Kathedralliturgie in Santiago de Compostela, Predigten und Wunderberichte, den Bericht über einen legendären Feldzug Karls des Großen zum Jakobusgrab und einen Pilgerführer für die Wege durch Frankreich und Nordspanien. 

Um 1150  besitzt die Abtei Cluny im Königreich Kastilien-León 21 Niederlassungen, darunter sieben direkt am Camino Francés.

1154  Der islamische Geograph al-Idrisi beschreibt die Kathedrale von Santiago de Compostela in weitgehend fertigem Zustand. Im selben Jahr unternimmt der französische König Ludwig VII. eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela.

1164 Der Mainzer Erzbischof und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches, Konrad I. von Wittelsbach, unternimmt eine Pilgerreise nach Santiago. 1165 Kaiser Karl der Große wird aufgrund seiner legendären Verdienste um die Befreiuung des Jakobusgrabes heiliggesprochen. Im Rahmen des Heiligsprechungsverfahrens lässt Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Santiago eine Abschrift der Historia Turpini, des vierten Buches aus dem Liber Sancti Jacobi, anfertigen.

1168  wird mit dem Bau der spätromanischen Pilgerkirche von Santo Domingo de la Calzada begonnen.

1168 - Der Baumeister Maestro Mateo wird von König Ferdinand II. von León als Werkmeister an die Kathedrale von Santiago de Compostela berufen.

1211  Der Bau der Kathedrale von Santiago de Compostela wird vollendet. Die Schlussweihe durch Erzbischof Pedro IV. Muniz erfolgt im Beisein des Königs Alfonso IX. von León.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wird in Santiago erstmals ein großes Weihrauchfass (Botafumeiro) als Bestandteil der Kathedralzeremonie erwähnt.

1366 Der italienische Dichter und Historiograph Francesco Petrarca bezeichnet im 57. Kapitel seines Werkes De remedius utriusque fortunae den Camino de Santiago als "den harten Weg".

1385 Der Administrator des Erzbistums Toulouse, Jean de Cardaillac, identifiziert die Gebeine eines unbekannten, in der Stiftskirche Saint-Sernin aufgefundenen Heiligen als die Überreste des Apostels Jakobus d. Ä. und eröffnet den Konkurrenzkampf zwischen Santiago und Toulouse um den "wahren Jakob".

 

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People from St. Francis of Assisi and Charlemagne to Ferdinand and Isabella to Dante and Chaucer have taken the journey

Aufschwung in der Moderne

Seit den 1970er Jahren ist ein großer Aufschwung der Pilgerschaft auf dem Jakobsweg zu beobachten. Dies hat eine Reihe von Gründen:

1975 - Nach dem Tod von Gerneral Franco öffnet sich Spanien stärker gegenüber den westlichen Demokratien

1979 - Das Jugendtreffen der ökumenische Gemeinschaft von Taizé im Burgund steht unter dem Motto "Pilgerweg der Versöhnung
und trägt zu einer Verbreitung des Pilgergedankens unter Jugendlichen aus der ganzen Welt bei

1982 - Als erster Papst besucht Johannes Paul II. im Heiligen Jahr Santiago de Compostela und ruft Europa auf, sich auf seine Wurzeln zu besinnen

1983 - Der Priester Don Elias Valiña Sampedro und der Hospitalero Jesús Arias Jato beginnen, den Camino Francés mit gelben Pfeilen zu kennzeichnen

1985 - Die UNESCO verleiht der Altstadt von Santiago de Compostela den Titel Weltkulturerbe

Europarat Logo1986 - Spanien tritt der EU bei

1987 - Der Europarat zertifiziert den Jakobsweg als Europäischen Kulturweg

1989 - Der IV. Weltjugendtag (Jornada Mundial de la Juventud ) findet in Gegenwart von Papst Johannes Paul II. in Santiago statt (500.000 Teilnehmer).
Das Motto war: Yo soy el Camino, la Verdad y la Vida (Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben)

1991 - Durch ein königliches Dekret wird der Consejo Jacobeo gegründet, ein Rat zur Koordinierung der Pflege der Kulturdenkmale des Jakobsweges

1992 - Durch EXPO und Olympia gewinnt Spanien an internationaler Aufmerksamkeit

1993 - Die UNESCO verleiht dem Camino de Santiago den Titel Weltkulturerbe

1998 - Die UNESCO zeichnet auch die vier französischen Jakobswege als Weltkulturerbe aus

1999 - Während des Heiligen Kompostelanischen Jahres werden 154.613 im Pilgerbüro registriert

2000 - Santiago de Compostela ist Kulturhauptstadt Europas zusammen mit 8 anderen Städten

2004 - Die Stiftung des Kronprinzen Felipe verleiht dem Camino de Santiago den renommierten Premio Principe de Asturias de la Concordia

2005 - Die von Kiew über Leipzig, Frankfurt und Paris nach Santiago führende Via Regia wird vom Europarat zum Europäischen Kulturweg ernannt.
Dieser Weg verläuft im Südwesten Europas auf dem klassischen Jakobsweg und vorher oft entlang der polnischen und deutschen Zubringerwege.

2008 - Luis Aragonés, der Trainer des spanischen Fußball-Nationalteams gelobt eine Pilgerfahrt nach Santiago falls sie die EM gewinnen - Spanien holt den Titel!

2010 - Der Fußballer Andrés Iniesta gelobt vor der Fußball-WM eine Pilgerfahrt, falls Spanien den Titel gewinnt - Iniesta schießt das entscheidende Tor!

2010 - Im Heiligen Jahr besucht Papst Benedikt XVI. Santiago de Compostela - seine Predigt hat das Thema "Europa muss sich Gott öffnen"

2013 - Am 24. Juli 2013, dem Vorabend des Jakobstages, ereignete sich kurz vor Santiago de Compostela ein schwerer Eisenbahnunfall. Ein von Madrid kommender Schnellzug der RENFE entgleiste aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve - 79 Menschen starben bei dem Unfall. Viele der Reisenden im Zug waren auf dem Weg zu den Jakobsfeiern. Die vorgesehenen Feierlichkeiten des Jakobstages wurden natürlich abgesagt. Am 29. Juli 2013 fand in der Kathedrale ein Trauergottesdienst statt, der von Erzbischof Julian Barrio geleitet wurde; anwesend waren unter anderem Kronprinz Felipe und Ministerpräsident Mariano Rajoy.

2014 - Die Faszination des Jakobswegs ist ungebrochen - Wann gehen Sie los?


Wir leben in einer Welt der Medien und auch beim Camino de Santiago können wir beobachten. wie durch Bücher und Filme das Interesse für diesen fast schon in Vergessenheit geratenen uralten Pilgerweg wieder geweckt wurde. Und das nicht nur im alten Europa oder für Katholiken, sondern wahrlich weltweit und für Menschen aller Glaubensrichtungen. Die folgenden Werke sind meiner Meinung nach die wichtigsten Stationen in dieser Entwicklung:

Following the Milky Way1982, lange befor der Camino populär wurde pilgerte die Amerikanerin Elyn Aviva auf dem Jakobsweg. Das Buch "Following the Milky Way: A Pilgrimage on the Camino de Santiago" erschien erst im Jahre 1989 - eine zweite Auflage im Jahre 2011.

 

 

 

Im Jahre 1986 pilgerte der damals noch völlig unbekannte brasilianische Schriftsteller Paolo Coelho auf dem Jakobsweg und ein Jahr später veröffentlichte er sein erstes Buch: El peregrino de Compostela, (Originaltiel: O Diário de um Mago).  Obwohl dieses in einem kleinen brasilianischen Verlag erschienen Werk bei der Kritik kaum auf Resonanz stieß, verkaufte es sich recht gut. In Deutschland gab der kleine Münchner Verlag Peter Erd die deutsche Übersetzung im Jahre 1991 unter dem Titel "Die heiligen Geheimnisse eines Magiers - 12 Einweihungen auf dem Jakobsweg" heraus. 1988 veröffentlichte Paolo Coelho sein zweites Buch "Der Alchimist", das aber zunächst keinerlei Erfolg hatte. Erst mit seinem 1990 erschienem Buch "Brida" wurde er richtig bekannt und auch seine beiden vorherigen Werke schafften es plötzlich in die Bestsellerlisten - vor allem "Der Alchimist". Der Diogenes Verlag in Zürich veröffentlichte 1999 "Auf dem Jakobsweg – Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela" Wie in all seinen Werken spielt natürlich auch hier der Mystizismus eine große Rolle. Mittlerweile gilt Paolo Coelho als einer der meistgelesenen Schriftsteller - er hat zahlreiche Bücher geschrieben und vielerlei Ehrungen für sein Werk erhalten. Er engagiert sich in vielfältiger Weise für seine Idee der Anima Mundi, insbesondere für Toleranz, Vielfalt, zivilies Engagement und eine bessere Zukunft für die Welt.

Das Buch ist immer noch sehr populär, wurde inzwischen in viele Sprachen übersetzt und ist auf Deutsch als gebundene Ausgabe, als Taschenbuch, als Audio-CD, als Hörbuch-Download und als Kindle eBook erhältlich.
In Viloria de la Rioja - zwischen Santo Domingo de la Calzada und Burgos - unterstützt Paolo Coelho die Pilgerherberge von Acacio & Orietta. Das Dorf ist der Geburtsort des Domingo Garcia (später: Santo Domingo de la Calzada), der nach der Überlieferung Anfang des 11. Jahhunderts für die Pilger in der dann nach ihm benannten Ortschaft eine Brücke und ein Hospital erbaute sowie Wege anlegte und befestigte.

Die amerikanischen Schauspielerin Shirley MacLaine ging im Jahre 1994 den klassischen Jakobsweg von Roncesvalles bis nach Santiago de Compostela. Erst im Jahre 2000 erschien ihr Buch "The Camino - A Journey of the Spirit". In Deutschland erschien das Buch im Goldmann Verlag unter dem Titel "Der Jakobsweg - eine spirituelle Reise". Die schon immer in Spiritualität, Metaphysik, Reinkarnation und Meditation interessierte Schauspielerin beschreibt den Camno als eine intensive körperliche und mentale Herausforderung, durch die sie dann auch zu tranzendentalen Erfahrungen kam. In der Larry King Show sprach Shirley MacLaine auch über ihre Erlebnisse auf dem Camino und dadurch wurde dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit vermittelt. Das Buch, das sich wohl nicht so recht als praktischer Pilgerführer eignet, ist derzeit nicht mehr so populär, aber immer noch als Taschenbuch oder auf Audio-CD erhältlich.

 

Im jahre 2005 veröffentlicht ein gewisser Jack Hitt, ein kaum bekannter amerikanischer Journalist, ein Buch mit dem etwas sperrigen Titel: "Off the Road: A Modern-Day Walk Down the Pilgrim's Route into Spain".

 

When Jack Hitt set out to walk the 500 miles from France to Santiago de Compostela, Spain, he submitted to the rigorous traditions of Europe's oldest form of packaged tour, a pilgrimage that has been walked by millions in the history of Christendom.  Off the Road is an unforgettable exploration of the sites that people believe God once touched: the strange fortress said to contain the real secret Adam learned when he bit into the apple; the sites associated with the murderous monks known as the Knights Templar; and the places housing relics ranging from a vial of the Virgin Mary's milk to a sheet of Saint Bartholomew's skin.  Along the way, Jack Hitt finds himself persevering by day and bunking down by night with an unlikely and colorful cast of fellow pilgrims -- a Flemish film crew, a drunken gypsy, a draconian Belgian air force officer, a man who speaks no languages, a one-legged pilgrim, and a Welsh family with a mule.  In the day-to-day grind of walking under a hot Spanish sun, Jack Hitt and his cohorts not only find occasional good meals and dry shelter but they also stumble upon some fresh ideas about old-time zealotry and modern belief. Off the Road is an engaging and witty travel memoir of an offbeat journey through history that turns into a provocative rethinking of the past.

Der deutsche Entertainer und Comedian Hape Kerkeling überraschte im Jahre 2006 sein Publikum mit der Veröffentlichung des Buches Ich bin dann mal weg, in dem er die Erlebnissse seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2001 beschreibt. In diesem Buch erzählt er nicht nur in gewohnt unterhaltsamer Weise, sondern er geht auch oft tiefsinnig auf Fragen der Religion und der Suche nach dem Sinn des Lebens ein. Auslöser seiner Pilgerreise war eine gesundheitliche Krise und Shirley MacLaines Buch über den Jakobsweg. Sein Buch verkauft sich sensationell gut - es sind mittlerweile über 4 Millionen Exemplare und für 100 Wochen belegte es den ersten Platz in der Sachbuch-Bestsellerliste. Inzwischen wurde das Buch in verschiedene Sprachen übersetzt, darunter Englisch (I'm off then...), Spanisch (Bueno, me largo), Italienisch (Vado a fare due passi) und Niederländisch (Ik ben er even niet). Das Buch ist natürlich in allen gedruckten und elektronischen Formaten erhältlich. Die Tatsache, dass im Jahre 2007 etwa 13.800 Pilger aus Deutschland registriert wurden, das sind 71 % mehr als im Vorjahr, ist zweifellos auf das Buch und das daruf folgende Interesse an diesem Thema zurückzuführen. Diese Entwicklung hat nicht nachgelassen - die Anzahl der Pilger aus Deutschland nimmt weiter zu, im Jahre 2013 waren es 16.200.

Die Rechte für die Verfilmung des Buches hat die ARD erworben. Die Hauptrolle wird Devid Striesow spielen, der uns bekannt ist als Jan Martensen, der Assistent von Bella Block im ZDF und als Kommissar Jens Stellbrink in Saarbrückener Tatort der ARD

2005 kam der französische Film Saint-Jacques… La Mecque, (deutsch: Pilgern auf Französisch) in die Kinos...
2009 wurde der Film Ich trag dich bis ans Ende der Welt für die ARD gedreht...
2014 lief im ZDF der zweiteilige Fernsehfilm Die Pilgerin, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die Ende des 14. Jh. das Herz Ihres verstorbenen Vaters nach Santiago bringt. Der Film besticht durch seine Mittelalter-Szenerie, aber er wurde leider nicht an Original-Schauplätzen gedreht. Die Dokumentation ist sehr sehenswert.

Der amerikanische Film The Way (deutsch: Dein Weg) von Regisseur Emilio Estevez...mit seinem Vater, dem Schauspieler Martin Sheen in der Hauptrolle...wurde 2010 produziert...
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, fand nach der Pressevorführung lobende Worte für den Film: „…ein sehenswerter Film – nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen, die unterwegs und auf der Suche sind.